Gaskamin einbauen: Erst die Genehmigung, dann die Bestellung

Wer sich für einen Gaskamin entscheidet, stolpert selten über die Technik, sondern über die Vorarbeit. Ein Gaskamin ist kein Gerät, das man liefern lässt und anschließt. Es braucht einen Gasanschluss, eine zugelassene Abgasführung und fast immer die Zustimmung des Bezirksschornsteinfegers. Wer diese Reihenfolge umdreht und zuerst kauft, hat schnell ein teures Gerät im Wohnzimmer stehen, das nicht betrieben werden darf.

Bevor Sie ein Modell auswählen, sollten Sie außerdem klären, ob Sie überhaupt Erdgas im Haus haben oder mit Propan aus der Gasflasche arbeiten müssten. Das Gerät muss auf die jeweilige Gasart eingestellt beziehungsweise dafür zugelassen sein. Eine nachträgliche Umrüstung darf nur ein Fachbetrieb vornehmen.

Die Bauart bestimmt, was in Ihrer Wohnung möglich ist

Bei Gaskaminen unterscheidet man grundsätzlich zwei Bauarten, und diese Unterscheidung entscheidet über Aufwand und Kosten. Raumluftabhängige Geräte entnehmen die Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum. Sie brauchen ausreichend Raumvolumen und eine gesicherte Luftnachströmung, und sie sind in dichten Neubauten oder Räumen mit Dunstabzug und Lüftungsanlage oft problematisch. Raumluftunabhängige Geräte holen die Luft über ein geschlossenes System von außen und führen die Abgase ebenfalls geschlossen ab. Sie sind in modernen, luftdichten Häusern in der Regel die praktikablere Wahl.

Zusätzlich gibt es den Unterschied zwischen Geräten mit und ohne Glasscheibe. Offene Gaskamine ohne Scheibe sind rechtlich und sicherheitstechnisch heikel und in vielen Konstellationen nicht zulässig. Für die Wohnraumheizung sind in der Praxis geschlossene Geräte mit Sichtscheibe üblich. Die Scheibe wird im Betrieb sehr heiß, deshalb gehört bei Familien mit kleinen Kindern ein Schutzgitter für den Kamin ausdrücklich zur Planung.

Schritt für Schritt: So läuft die Installation ab

Der Weg vom Wunsch zum fertigen Feuer folgt einer festen Reihenfolge. Wer sie einhält, spart sich Nachbesserungen und Wartezeiten.

  • 1. Klären Sie zuerst Gasart und Anschlussmöglichkeit: Erdgas aus dem Hausanschluss oder Flüssiggas. Bei Mietwohnungen holen Sie vorab die schriftliche Zustimmung des Vermieters ein, bei Eigentumswohnungen gegebenenfalls die der Eigentümergemeinschaft.
  • 2. Sprechen Sie mit dem Bezirksschornsteinfeger, bevor Sie kaufen. Er beurteilt Abgasführung, Luftversorgung und die Eignung des Aufstellraums. Rechnen Sie für diesen Termin einige Wochen Vorlauf ein.
  • 3. Wählen Sie das Gerät passend zu Raumvolumen und Heizbedarf. Ein Gaskamin mit zu hoher Nennwärmeleistung überhitzt einen kleinen Raum schnell, wenn er überwiegend als Zierfeuer genutzt wird. Die Leistung lässt sich meist modulieren, trotzdem lohnt sich ehrliches Rechnen.
  • 4. Lassen Sie Gasleitung und Anschluss ausschließlich von einem zugelassenen Installationsbetrieb legen. Das ist keine Heimwerkerarbeit, bei Gas gibt es keinen Spielraum für Experimente.
  • 5. Verlegen Sie die Abgas- und Zuluftführung nach den Vorgaben des Herstellers. Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen, Gefälle und die Durchführung durch Wand oder Schacht legen der Fachbetrieb und der Schornsteinfeger fest.
  • 6. Stellen Sie das Gerät auf einen tragfähigen, nicht brennbaren Untergrund. Prüfen Sie die Wandkonstruktion, denn manche Geräte wiegen deutlich mehr, als eine einfache Trockenbauwand trägt.
  • 7. Lassen Sie die Anlage abnehmen. Der Schornsteinfeger prüft die Abgasführung und stellt die Bescheinigung aus. Erst danach nehmen Sie das Feuer in Betrieb.
  • 8. Beim ersten Anheizen lassen Sie das Gerät nach Herstellerangabe einbrennen. Dabei kann es zu leichtem Geruch durch Lacke und Bindemittel kommen, deshalb in dieser Zeit gut lüften.

Typische Fehler beim Gaskamin und wie Sie sie erkennen

Der häufigste Anfängerfehler ist der Kauf vor der Abstimmung mit dem Schornsteinfeger. Das Gerät passt dann womöglich nicht zur vorhandenen Abgasführung, oder der Raum erfüllt die Luftanforderungen nicht. Woran Sie es erkennen: Wenn Händler oder Installateur nach Gebäudedichtheit, Lüftungsanlage und Dunstabzug fragen, sind diese Punkte relevant. Fragt niemand danach, sollten Sie nachhaken.

Der zweite Klassiker ist die Unterschätzung des Platzbedarfs hinter und neben dem Gerät. Brennbare Möbel, Vorhänge oder Regale in zu geringem Abstand sind ein Brandrisiko. Die Abstände stehen in der Montageanleitung, und der Schornsteinfeger prüft sie bei der Abnahme. Eine Sitzgruppe, die später „nur ein bisschen näher“ rückt, hebelt diese Planung wieder aus.

Drittens: Wer das Gerät nur als Dekofeuer betreibt, wundert sich über Rußspuren oder gelbliche Flammen. Gelbe, flackernde Flammen mit Rußniederschlag an der Scheibe deuten auf eine unsaubere Verbrennung hin, etwa durch verschmutzte Brenner, falsche Luftzufuhr oder ein ungeeignetes Dekomaterial. Schalten Sie das Gerät in diesem Fall aus, lüften Sie und holen Sie einen Fachbetrieb. Versuchen Sie nicht, am Brenner selbst nachzujustieren.

Der vierte Fehler betrifft die Sicherheitstechnik. Wer sich auf das Gerät allein verlässt, spart an der falschen Stelle. Ein Kohlenmonoxidmelder im Aufstellraum gehört bei jeder Gasfeuerstätte dazu, ebenso ein funktionstüchtiger Rauchmelder im Haus.

Betrieb, Wartung und Zubehör im Alltag

Ein Gaskamin verlangt weniger Handarbeit als ein Holzofen, aber er ist kein wartungsfreies Gerät. Die jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb gehört zum Betrieb, ebenso die regelmäßige Überprüfung der Abgasanlage durch den Schornsteinfeger. Zwischen den Terminen reinigen Sie die Sichtscheibe nur im völlig abgekühlten Zustand und mit einem für Kaminscheiben geeigneten Kaminglasreiniger, damit keine Rückstände unter Hitze einbrennen.

Die dekorativen Elemente im Feuerraum, also Keramikholz oder Keramikkiesel, sind auf die Flammenführung abgestimmt. Platzieren Sie sie nur so, wie es die Anleitung zeigt, denn Scheite, die Flammen abdrücken oder den Brenner verdecken, verschlechtern das Flammenbild und können die Verbrennung stören. Für den Wohnraum drumherum bietet sich ein Hitzeschutz für die Wand an, wenn der Abstand zu empfindlichen Flächen knapp ausfällt, sofern der Hersteller dies zulässt.

Wer Wert auf Steuerung legt, kann ein Gerät mit Fernbedienung oder Thermostatfunktion wählen. Das ist Komfort, ersetzt aber keine Sicherheitseinrichtung: Zündsicherung und Flammenüberwachung gehören ohnehin zur Grundausstattung zugelassener Geräte. Als nachrüstbare Ergänzung für den Hausgebrauch lässt sich ein Fernbedienungsset für den Gaskamin nur dann verwenden, wenn es ausdrücklich vom Gerätehersteller für Ihr Modell freigegeben ist. Ein universelles Gerät aus dem Netz sollten Sie nicht an eine Gasarmatur anschließen.

Was ein Gaskamin kostet und für wen er sich lohnt

Der Anschaffungspreis ist nur ein Teil der Rechnung. Hinzu kommen Installation, Abgasführung, Abnahme, Wartung und der Gasverbrauch. Ein Gaskamin lohnt sich vor allem dort, wo kein Schornstein vorhanden ist oder ein Holzofen aus Platz- oder Genehmigungsgründen ausscheidet, und für Haushalte, die Feuer als Stimmung wollen, ohne Holz zu lagern und Asche zu entsorgen. Als Hauptheizung ist er in der Regel nicht gedacht, denn Gas im Wohnraum direkt zu verbrennen ist gegenüber einer zentralen Heizung kaum wirtschaftlich. Rechnen Sie ehrlich, wie viele Stunden im Jahr das Gerät tatsächlich laufen soll, und lassen Sie sich vom Fachbetrieb die laufenden Kosten für Ihr Modell und Ihre Gasart nennen.